Schon wieder die Gewaltfrage
Mai 14, 2009
Wieder mal das Thema Gewalt: Heute morgen, ich noch recht müde, fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit – neben meiner Liebsten. Ein anderes Fahrrad kommt uns entgegen, mitten im Weg, der Fahrer eiert hin und her, als ob er Schwierigkeiten hätte, das Ding in den Griff zu kriegen – oder er hat am frühen Morgen schon (oder noch?) erheblich getankt. Jedenfalls ist er ganz und gar nicht amüsiert, mich ebenfalls in der Mitte des Radweges vorzufinden und brüllt was wie: „Könnt ihr nicht hintereinander fahren?“ Ich bin erheblich angefressen und paule lautstark zurück. Die Liebste ist nicht amüsiert: „Das entspricht aber nicht dem Grundgedanken des Aikido, oder?“
Gute Frage eigentlich, die ich hier mal locker in den Raum werfen will: Einerseits war ich hier klar nicht im Recht – andererseits will ich mich aber auch nicht rumschubsen lassen. Was meiner Meinung nach bedeutet, dass man manchen Leuten unter bestimmten Umständen klare Grenzen aufzeigen muss. Auf der anderen Seite bewirkt das Gegenhalten – im übertragenen Sinne das viel zitierte „Kraft gegen Kraft“ – ganz sicher nicht, dass mein Widerpart den Unsinn seines Tuns einsieht. Wie also sich richtig verhalten?
Hallo Wolfgang, das ist wirklich eine interessante Frage, wie mensch sich in dieser Situation richtig verhalten kann. Nach dem ich in letzter Zeit viele Bücher über Zen und Kampfkunst gelesen habe, würde ich sagen(oder nachplappern) „Du hast gehandelt“
Weiterhelfen tut das ja aber auch nicht.
LG Mari*us
Hallo Wolfgang,
ist es nicht so, dass man den „Partner“ wieder auf den „richtigen Weg“ führen soll? So verstehe ich jedenfalls mein Aikido.
Vielleicht wäre es kein schlechter Ansatz gewesen, den Anderen darauf hinzuweisen wie man selber die Situation sieht. Emotionslos und sachlich. Nach dem Motto: „Zeige ihm seine Fehler auf und dann lasse ihn weiterziehen.“ Damit hättest Du Deinen Standpunkt klar und deutlich gemacht und Dich nicht „rumschubsen“ lassen.
Oss,
Torsten